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LSD

Sie werden noch an mich denken – LSD
Fraglos gibt es mehr Erziehungstips in unseren Breiten als Kinder. Deshalb muss beherzt sieben, wer hinterherkommen will. Dieser Tage nahm mich ein US-Amerikaner für sich ein, der meint: Männer kommen vom Mars, Frauen kommen von der Venus, und Kinder kommen vom Himmel. So isses! Das ist kein mehliges Verständnisgeseier, das ist knackige Lebensweisheit in rotwangigen Worten. Seine Erziehungsmaximen sind ähnlich griffig. Und es sind nur fünf (nur fünf!). Sie haben hier keinen Raum, aber ich kann verraten, dass fünferlei Auffälligkeiten zur Sprache kommen, die eigentlich alle Kinder aufweisen, und man vielleicht am kürzesten sagen könnte: Bestärkt Eure kids in dem, was und wie sie sind, und seht zu, dass Ihr herausfindet, wo sie ihre Stärken haben. Das mache sie richtig stark. Die restlichen 300 Buchseiten beschäftigen sich mit der Umsetzung dieser einfachen Vorgaben in unserem komplizierten Erziehungsalltag. Dabei lässt der Experte hier und da erkennen, dass seine Ideen nicht nur für Eltern Bedeutung haben, sondern im Grunde für alle Menschen, die gelegentlich Einfluss auf andere nehmen wollen, womit er die Zielgruppe seiner Ausführungen ja geschickt potenziert. Hierzu nun beschäftigen ihn bestimmte Straftatbestände und so intime Fragen wie jene, was wir tun, wenn wir ein bestimmtes Verhalten bei uns selbst bewirken wollen. Warum man gern der Auffassung zuneige, Kinder, die fragen "Was bekomme ich, wenn ich mitspiele?", seien verrohte Erpresser. Denn das sei, wenngleich in dieser Form vielleicht etwas ungehörig formuliert, letztlich doch die Frage, um die wir auch die Herausforderungen unseres eigenen Lebens anordneten: Was habe ich davon, wenn ich mir Quälerei x, Marter y oder Diät z antue? Nur bei Kindern würden wir mit Strafen hantieren. Nicht: Wenn Du ja sagst, darfst du länger raus, sondern: Wenn Du nein sagst, hast du Hausarrest! Das sei unlogisch. Zwischen den Zeilen empfiehlt der Autor etwas, das bei uns zuhause LSD heißt. Anfangs kann das wörtlich gemeint sein, später symbolisch für eine andere Belohnung, einen Anreiz stehen. Wir gönnten uns ja auch ein gutes Essen, wenn das Bewerbungsgespräch ein Erfolg gewesen sei, wohingegen die Gruppe derer, die sich die Hände bügelten, wenn sie zum x-ten Mal einen Schirm hätten stehen lassen, stetig im Schrumpfen begriffen sei. Nun hadern Sie damit, dass hier a) boshaften Westentaschentyrannen das Wort geredet wird und b) zur Mäßigung gleich LSD propagiert wird. Ich will das rasch auflösen: der gute Mann meint, man soll es gar nicht so weit kommen lassen, dass die Kinder einen vor Publikum angehen, was man springen lasse, wenn sie..., man solle im Vorfeld Aufgaben klar umreißen, davon auch keinen Fußbreit abrücken, und im Gegenzug ruhig ein paar Bonbons versprechen. Und ich meine: die heißen bei uns zuhause jetzt LSD. Das steht für: LiebSeiDrops.
29.5.07 09:50
 


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